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Artisti Cilentani all’8° Festival Internazionale di Teatro Donzdorf, Germania

Artisti Cilentani all’8° Festival Internazionale di Teatro Donzdorf, Germania

                                           

Abba-Fieber in Donzdorf

Donzdorf. Zum Abschluss gab es etwas Besonderes: ein Musical. Am Samstagabend zeigte das Artisti Cilentani beim Internationalen Theater-Festival, wie man Schauspiel, Tanz und Gesang in Einklang bringen kann.

Die 70er sind zurück: Plateauschuhe, Schlaghosen und wild gemusterte Hawaiihemden. Die Artisti Cilentani aus Süditalien entführte das Publikum in die Welt von Abba und den 70ern: mit “Mamma Mia!”. Angelehnt an das bereits bestehende Musical und den Film mit Pierce Brosnan und Meryl Streep wird hier die Geschichte der lebhaften Sophie erzählt, die heiraten will. Es gibt jedoch ein Problem: Sie weiß nicht, wer ihr Vater ist, und der soll sie schließlich zum Altar begleiten.

Ihre Mutter Donna möchte es ihr nicht verraten, und so lädt Sophie kurzerhand drei potentielle Väter zu ihrer Hochzeit ein. Aber wie es oft geschieht, kommt es erstens anders und zweitens als man denkt. Am Ende des Musicals, das in der Donzdorfer Stadthalle aufgeführt wurde, heiratet nicht Sophie, sondern ihre Mutter Donna, die sich in einen der möglichen Väter verliebt. Mit kraftvoller Stimme singt sie Kultlieder von Abba, wie “Money, Money, Money”, “The Winner Takes It All” und natürlich “Mamma Mia”.

Die Sänger und Tänzer begeisterten mit ihrem temperamentvollen Auftreten das Publikum. Bei Liedern wie zum Beispiel “SOS” konnten die Zuschauer einfach nicht mehr still sitzen.

Die Dialoge wurden in italienischer Sprache vorgetragen, die Lieder wie im Original auf Englisch. Zum besseren Verständnis wurde jedoch gleich zu Beginn die Rahmenhandlung erzählt. Sicher wäre es praktisch gewesen, auch die einzelnen Dialoge zu verstehen. Ein großes Hindernis stellte es jedoch nicht dar, denn im Vordergrund standen ohnehin die Lieder, und die Schauspieler vermittelten gekonnt die jeweiligen Emotionen der Figuren. Und wer den Film kannte, hatte ohnehin keinerlei Verstehensschwierigkeiten.

Wer eine Neudarstellung von “Mamma Mia” erwartete, wurde enttäuscht. Aber wer sich einen unterhaltsamen Abend mit den bekannten Abba-Liedern gewünscht hatte, bekam eine souveräne Leistung geboten. Nicht nur die Solostimmen überzeugten, auch im Duett zeigte die Truppe ihr sängerisches Können und überzeugte somit auf ganzer Linie.

Zum Abschluss des Festivals feierten die Theatergruppen gemeinsam im Martinushaus. Schließlich gibt es beim Tanzen keine Sprachbarrieren, die überwunden werden müssen, und es bestand eine letzte Möglichkeit, Brücken zwischen den Ländern und Kulturen zu bauen und Freundschaften zu schließen.

Bevor das achte Internationale Theater-Festival endgültig zu Ende ging, durfte das Freie Theater Zürich am Sonntagmorgen sein Stück “Die 2. Prinzessin” vorstellen.